{"id":49,"date":"2017-02-02T13:48:06","date_gmt":"2017-02-02T13:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/beta.sv-boele.de\/?page_id=49"},"modified":"2017-02-13T20:53:37","modified_gmt":"2017-02-13T20:53:37","slug":"vereinsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sv-boele.de\/?page_id=49","title":{"rendered":"Vereinsgeschichte"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><strong>Chronik des SV Hagen-Boele e.V. seit 1834<\/strong><\/p>\n<h2>Die Geschichte des Sch\u00fctzenwesens in Westfalen<\/h2>\n<p><em>Quelle: 250 Jahre Sch\u00fctzenverein Horn Millinghausen e.V. von Bernd Osterhoff<\/em><\/p>\n<p>Die Grundidee des Sch\u00fctzenwesens finden wir im Mittelalter: Das Sicherheitsbed\u00fcrfnis lies St\u00e4dte entstehen, die von W\u00e4llen, Gr\u00e4ben und Mauern umgeben waren wie eine Burg.<br \/>\nInnnerhalb <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-225 alignright\" src=\"http:\/\/beta.sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte4-300x193.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte4-300x193.png 300w, https:\/\/sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte4.png 353w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>dieser dieser umfriedeten Mauern konnten sich die Menschen sicher und geborgen f\u00fchlen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben waren.\u00a0Ihre Bewohner nannten sich B\u00fcrger; Geborgene. Der Preis des Geborgenseins war die Bereitschaft der Menschen, die Befestigungswerke zu verteidigen, den &#8222;Innenraum&#8220; zu &#8222;sch\u00fctzen&#8220;. So erkl\u00e4ren sich bereits die Begriffe &#8222;B\u00fcrger&#8220; und &#8222;sch\u00fctzen&#8220;. Man war nur wirklich geborgen im Grade der Bereitschaft, die Stadt zu verteidigen und zu sch\u00fctzen. In den unruhigen Zeiten des 14. Jahrhunderts\u00a0hatte das &#8222;Sch\u00fctte soin&#8220; mehr zu bedeuten als heute.<\/p>\n<p>Mit dem Niedergang der kaiserlichen Machtstellung am Ausgang des 13. Jahrhunderts\u00a0machte sich das Raubritterrum unliebsam bemerkbar. Die Ritter bek\u00e4mpften sich h\u00e4ufig<br \/>\ngegenseitig. Friedliche Kaufleute und Kl\u00f6ster wurden \u00fcberfallen, St\u00e4dte und D\u00f6rfer ausgepl\u00fcndert.<br \/>\nIn der Soester Fehde (1444 bis 1449) unterlagen die K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten einem\u00a0Schutz- und Trutzb\u00fcndnis Soests mit dem Herzog von Cleve. Da die Kriege jener Zeit weniger\u00a0auf das T\u00f6ten als auf Sch\u00e4digung des Gegners durch Pl\u00fcndern und Brandschatzen ausging,\u00a0hatten die D\u00f6rfer um Soest und Lippstadt viel auszustehen. So wurden in unserem\u00a0Kirchspiel u. a. der Rittersitz in Millinghausen von Ritter Hoberg vor Ankunft der pl\u00fcndernden\u00a0Soester Horden in Brand gesteckt. W\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges (1618 bis\u00a01648) zog u. a. Christian von Braunschweig, auch der Tolle Christian genannt, mit seinem\u00a0Heer aus verlaufenden Studenten, verwahrlosten S\u00f6hnen und verdorbenen Bauersknechten\u00a0im Jahre 1622 von Lippstadt durch unser Kirchspiel nach Soest.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-224 alignleft\" src=\"http:\/\/beta.sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte3-300x185.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte3-300x185.png 300w, https:\/\/sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte3.png 458w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>W\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen\u00a0Krieges berichten\u00a0zeitgen\u00f6ssische Aufzeichnungen\u00a0von restlos\u00a0gepl\u00fcnderten D\u00f6rfern\u00a0zwischen der Haar und den Lippeniederungen. So\u00a0mussten sich die\u00a0Ortschaften immer wieder\u00a0r\u00e4uberischer \u00dcberf\u00e4lle\u00a0erwehren bis hin zur\u00a0Belagerung \u00fcber l\u00e4ngere\u00a0Zeit. St\u00e4dte mit wehrhaften\u00a0Mauern und wehrbereiten\u00a0M\u00e4nnern dahinter waren\u00a0das Rezept. Diese M\u00e4nner<br \/>\norganisierten sich zur\u00a0gegenseitigen Hilfe bei der Brandbek\u00e4mpfung, bei Krankheit und Seuchen und eben beim\u00a0Schutz der Ortschaften gegen die Bedrohung von au\u00dfen. In den D\u00f6rfern kam noch der Schutz der \u00e1cker und des Viehs dazu. Auch das Organisieren von kirchlichen Prozessionen\u00a0war Aufgabe dieser M\u00e4nner. Aus dieser wehrpflichtigen Bev\u00f6lkerung bildeten sich wahrscheinlich\u00a0ab dem 13. Jahrhundert freiwillige kameradschaftliche Vereinigungen zu Sch\u00fctzengilden,\u00a0Sch\u00fctzenbruderschaften, Sch\u00fctzengesellschaften oder in der Zeit, als man franz\u00f6sische\u00a0Vokabeln in die Sprache einmischte, die Sch\u00fctzenkompanien. Diese Gilden, Gesellschaften\u00a0oder Bruderschaften wurden von einem Oberst oder Kapit\u00e4n angef\u00fchrt, welcher\u00a0meistens auch politisch einen hohen Rang aus\u00fcbte. Hauptleute, verschiedene Leutnants\u00a0und Fahnenoffiziere f\u00fchrten jeweils das Batallion, die Kompanie oder den Zug.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-223 alignright\" src=\"http:\/\/beta.sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte2-300x215.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" \/>Als wichtige Waffe f\u00fcr die Sch\u00fctzen\u00a0erwiesen sich zun\u00e4chst sowohl Pfeil und Bogen als auch sp\u00e4ter die\u00a0Armbrust. Diese Waffen waren nach\u00a0den Erfahrungen in den Kriegsz\u00fcgen\u00a0immer wichtiger geworden. Besonders\u00a0die kompliziert zu bedienende\u00a0Armbrust besa\u00df eine gro\u00dfe\u00a0Durchschlagskraft gegen\u00fcber den\u00a0schweren Ritterr\u00fcstungen. Im 16.\u00a0Jahrhundert wurden diese immer mehr\u00a0von den aufkommenden Feuerwaffen\u00a0verdr\u00e4ngt. Wenn nun die Strumglocke\u00a0l\u00e4utete, hatte jeder Sch\u00fctze beim\u00a0Antreten seinen f\u00fcr ihn bestimmten\u00a0Platz. So war das Fehlen eines\u00a0&#8222;Dr\u00fcckebergers&#8220; sofort offensichtlich. So ging man dann gegen Diebe, pl\u00fcndernde Landsknechte\u00a0oder sonstige wie oben beschriebene Angriffe vor, man r\u00fcckte aber auch zur\u00a0Brandbek\u00e4mpfung aus. Es bleibt mit Sicherheit aber festzuhalten, dass die Sch\u00fctzen mit ihrer\u00a0mangelnden Kampferfahrung kaum etwas gegen erfahrene und gut ausger\u00fcstete Soldaten\u00a0ausrichten konnten.<\/p>\n<p>So musste die Verteidigung der St\u00e4dte und D\u00f6rfer durch die Sch\u00fctzengilden, Sch\u00fctzengesellschaften\u00a0oder Sch\u00fctzenbruderschaften und der entsprechende Umgang mit den Waffen\u00a0regelm\u00e4\u00dfig organisiert und ge\u00fcbt werden. Aus diesem Grund zogen die Sch\u00fctzen vor ihre\u00a0Stadt oder Ortschaft auf eine zur Verf\u00fcgung gestellte Sch\u00fctzenwiese. Hier wurden die zur\u00a0Verf\u00fcgung stehenden Waffen kontrolliert und der Umgang mit ihnen ge\u00fcbt. Die Geselligkeit\u00a0sollte bei so einer \u00dcbung nat\u00fcrlich nicht zu kurz kommen. Adelige und andere politisch und\u00a0wirtschaftliche G\u00f6nner sahen den Nutzen solcher Veranstaltungen und stifteten entsprechend\u00a0f\u00fcr das abschlie\u00dfende Fest Getr\u00e4nke und Speisen. H\u00f6hepunkte eines solchen Festes\u00a0sollte die Ermittlung des besten Sch\u00fctzen sein, des Sch\u00fctzenk\u00f6nigs. Hierzu schossen die\u00a0Sch\u00fctzen auf Scheiben oder auf einen Vogel, einen &#8222;Papengaya&#8220;. Der Papagei galt als k\u00f6niglicher\u00a0Vogel, da nur die Reichen und M\u00e4chtigen es sich erlaubten, sich jenen zu halten.<br \/>\nDer Sieger eines solchen Vogelschie\u00dfens bekam als Auszeichnung h\u00e4ufig eine Kette. Diese\u00a0stellte oft ein Ratsherr zur Verf\u00fcgung und war mit einem Vogel verziert. Der aktuelle\u00a0Sch\u00fctzenk\u00f6nig erweiterte diese um eine Medaille mit seinem Namen oder seinen Initialen.<br \/>\nAuch hatte der Sch\u00fctzenk\u00f6nig die Ehre, einen Hut, oftmals einen Zylinder, w\u00e4hrend des\u00a0Festes zu tragen, welches ihn von den anderen Sch\u00fctzenbr\u00fcdern unterschied.<\/p>\n<p>Mit dem aufkommen der stehenden Heere ab dem 17. Jahrhundert schwanden die Aufgaben\u00a0der Sch\u00fctzengilden, Sch\u00fctzengesellschaften und Sch\u00fctzenbruderschaften, was die Verteidigung\u00a0der Ortschaften anging.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-226 alignleft\" src=\"http:\/\/beta.sv-boele.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Vereinsgeschichte1.png\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"210\" \/>Seit dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg fristete das Sch\u00fctzenwesen wegen des\u00a0immer mehr verbreiteten Milit\u00e4rs ein k\u00fcmmerliches Dasein, verlor immer\u00a0mehr an Bedeutung, bis die Preu\u00dfen nach der Neuordnung von Europa\u00a0beim Wiener Kongress 1815 die Grundidee wieder entdeckten und auch\u00a0f\u00f6rderten. In Westfalen war vor allem der <strong>Oberpr\u00e4sident Freiherr\u00a0Ludwig von Vincke<\/strong> ein gro\u00dfer Anh\u00e4nger der Idee. Daher nennen die\u00a0meisten Neugr\u00fcndungsdaten westf\u00e4lischer Vereine die Zeit von 1830 bis\u00a01860. F\u00fcr den Sch\u00fctzenverein Hagen-Boele ist es das Jahr <strong>1834<\/strong>.\u00a0Da die Menschen in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern schon immer zusammen\u00a0lebten, arbeiteten, glaubten und ihr Hab und Gut vor jeder Art von Angreifern verteidigten,\u00a0nehmen manche Historiker an, dass die Anf\u00e4nge des Sch\u00fctzenwesens bis ins 8. Jahrhundert\u00a0zur\u00fcckgehen. In den D\u00f6rfern waren diese Schutzgemeinschaften oft nach Kirchspielen\u00a0organisiert.<\/p>\n<p>Anreize und Spekulationen sind an dieser Stelle nun genug gegeben. Wichtig bleibt aber\u00a0festzustellen, dass im Mittelalter aus der Bildung von zusammenhaltenden Heimatschutzgemeinschaften\u00a0eines der sch\u00f6nsten Volksfeste entstanden ist, welches sich in seinen Abl\u00e4ufen\u00a0\u00fcber Jahrhunderte kaum ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chronik des SV Hagen-Boele e.V. seit 1834 Die Geschichte des Sch\u00fctzenwesens in Westfalen Quelle: 250 Jahre Sch\u00fctzenverein Horn Millinghausen e.V. von Bernd Osterhoff Die Grundidee &#8230; <a title=\"Vereinsgeschichte\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/sv-boele.de\/?page_id=49\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":16,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-49","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/49"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/49\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":233,"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/49\/revisions\/233"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/16"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sv-boele.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}